Arbeitsvertrag geringfügige beschäftigung minijob zentrale

Wichtiger für die Entwicklung von Standardverträgen war die Umstrukturierung von Tarifverhandlungen und Unternehmensstrategien. Erstens waren ab den 90er Jahren sektorale Verhandlungen über Lohn-, Arbeitszeit- und Arbeitsplatzstabilität vor allem charakteristisch für das verarbeitende Kerngewerbe in Deutschland. Dies führte zu einer größeren Flexibilität im Rahmen von Tarifverträgen in Bezug auf Lohn- und Arbeitszeitanpassung. Mittel- und langfristig trugen diese Umstrukturierungsschritte zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im exportorientierten Sektor und zur relativen Stabilisierung der Standardarbeitsverträge für die Kernarbeitskräfte bei, wenn auch unter Bedingungen, die weniger “starr” und flexibler sind als in der Vergangenheit. Gleichzeitig förderten die Arbeitgeber im verarbeitenden Gewerbe aber auch Outsourcing und Offshoring und zogen damit die Grenzen der Stammbelegschaft enger. Ferner ist zu beachten, daß im privaten Dienstleistungssektor, insbesondere in hochqualifizierten Berufen, erhebliche Beschäftigungszuwächse bei Standardarbeitsverträgen zu verzeichnen waren, die die stagnierende und eher schrumpfende Beschäftigungskapazität des verarbeitenden Gewerbes ausgleichen. Allerdings ist die Tarifdeckung in vielen der dynamischsten privaten Dienstleistungen viel geringer, was auch zur Zunahme der Lohnstreuung und der niedriglohngünstigen Löhne beiträgt (Dustmann et al. 2009; Dustmann et al. 2014). Mit dieser Art von Vertrag sind Sie bei der Personalvermittlungsagentur (Personalegentur) und nicht direkt beim Arbeitgeber angestellt. Die Agentur ist daher für die Zahlung Ihres Gehalts verantwortlich. Befristete Verträge dieser Art können nur maximal 18 Monate dauern, und Sie haben Anspruch auf die gleichen Vergütungen und Leistungen wie die festangestellten Mitarbeiter des Kundenunternehmens.

In Tabelle 5, die die letzten fünf Jahre (2007-2011) abdeckt, können wir ferner feststellen, dass etwa 71 % aller Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland keine atypische Arbeit hatten (befristete, marginale Teilzeit- oder Leiharbeit), etwa 47 % waren über einen Zeitraum von fünf Jahren immer in stabilen “Insider”-Jobs und etwa 11 % waren überhaupt nicht erwerbstätig. Nur eine kleine Gruppe kumuliert längere Phasen der atypischen Arbeit. Was schließlich die Beschäftigungsbedingungen betrifft, so neigen atypische Arbeit und niedrige Löhne in vielen Berufen dazu, in vielen Berufen zusammenzupassen, wie Abb. 5 zeigt. Am stärksten betroffen sind wiederum vor allem Berufe, in denen das Beschäftigungswachstum mit einem erhöhten Anteil atypischer Verträge (42, 51, 52, 91) und von Agenturen vergebenen Arbeitsverträgen (93) verbunden war.